Anerkennung Holzbaupreis Hessen
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Fuß- und Radwegbrücken

Brückenschlag über Lahn und Mühlgraben

Bauherr Stadt Wetzlar
Architektur Architekturbüro Hermann Kaufmann ZT GmbH
Schwarzach/Österreich
Konstruktion Schrägseilbrücke mit blockverleimter
Fahrbahnplatte aus Brettschichtholz

Brücke über die Lahn
Länge: 73,5 m, Höhe Pylon: 18,2 m

Brücke über den Mühlgraben
Länge: 26,5 m


Leistung bauart Objektplanung Tragwerksplanung
Ingenieurtechnische Kontrolle
Ausführungszeitraum 2009 - 2010
Auszeichnungen Anerkennung Holzbaupreis Hessen 2011
Mit Blick auf den Hessentag 2012 und aufgrund erheblicher Schäden an der vormaligen Holz-Trogbrückenanlage erteilte die Stadt Wetzlar den Auftrag, über Lahn und Mühlgraben entsprechende, dauerhafte Brückenneubauten zu errichten. Neben der Verbindung der Hessentags-Veranstaltungsorte "Bodenfeld" und dem Park- und Festplatz "Bachweide" über Lahn und Mühlgraben hinweg, sind die Brücken auch Bindeglied zwischen dem Radfernweg 7 und der Wetzlarer Altstadt.

Bei der Hauptbrücke über die Lahn handelt es sich um eine abgespannte Schrägseilbrücke mit einer Gesamtlänge von ca. 73 m. Seile spannen im 45° Winkel zu einem 18 m hohen "A"-Pylon aus Stahlrundprofilen. Die Tragschicht der Brücke besteht aus 550 mm dickem blockverleimten Brettschichtholz, dessen Dauerhaftigkeit konstruktiv durch die seitlich auskragende Fahrbahnplatte sichergestellt wird. Diese besteht aus einer 51 mm dicken, kesseldruckimprägnierten Furnierschichtholzplatte. Der Fahrbahnbelag, bestehend aus zwei Lagen bituminöser Abdichtung sowie 60 mm Gussasphalt, schützt die darunter liegende Konstruktion.

Die Brücke über den Mühlgraben beschreibt im Grundriss einen Bogen. Sie spannt über 25 m und ist als reiner blockverleimter Brettschichtholzträger mit einer Dicke von 800 mm ausgeführt. Aufgrund der Spannweite und des geschwungenen Grundrisses war hier ein etwas größerer Querschnitt erforderlich als bei der Brücke über die Lahn. Tragschicht und Fahrbahnbelag entsprechen dem der Hauptbrücke. Konsequent ist auch hier das Holztragwerk baulich vor Regen und Feuchtigkeit geschützt, was eine lange Lebensdauer und niedrige Erhaltungskosten erwarten lässt.

Die in Schnitt, Ansicht und Grundriss gekrümmten Brücken-, Rampen- und Wegeprofile lassen die Bestandteile der Brückenanlage wie aus einem "Guss" erscheinen.

Die konsequent barrierefreie Ausführung der Brücken mit lichten Durchgangsbreiten von 2,50 m bis 3,00 m ermöglicht sowohl die Aufnahme von erhöhtem Fußgängeraufkommen als auch eine sichere Nutzung mit dem Rad.

Das zurückhaltende Beleuchtungskonzept wurde mit energiesparenden LED-Leuchtmitteln im Handlauf der Geländer realisiert. Einzig der Pylon wird linear von unten angestrahlt.